Bauernbund – Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Österreich – Brennt der Hut?

Gehen uns bald die Flächen für Nahrung- und Futtermittelerzeugung aus?

Österreich hat mit 1,67 m² mit Abstand die höchste Supermarktfläche pro Kopf, gleichzeitig sinkt die Ackerfläche pro Kopf. Und Österreich hat mit 15 Meter pro Kopf eines der dichtesten Straßennetze – der Ausbau des öffentlichen Verkehrs hinkt hinterher.

Alleine diese Zahlen verdeutlichen, dass der Hut brennt. Es gibt dringenden Handlungsbedarf um den Bodenverbrauch zu stoppen.

Unter Bodenverbrauch oder Flächeninanspruchnahme versteht man den Wechsel der Flächennutzungsart. Das heißt, Flächen die für Siedlungs-, Verkehrs-, Gewerbenutzung und dergleichen in Anspruch genommen werden, stehen nicht mehr für die land-, und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung oder als natürliche und naturnahe Flächen zur Verfügung. Laut Umweltbundesamt  wurden in den letzten 50 Jahren 300.000 Hektar Felder und Wiesen verbaut, das entspricht in etwa der Ackerfläche Oberösterreichs, außerdem stehen ca. 40.000 ha als Industriebrachen, ungenutzte Gewerbeflächen und leerstehende Gebäude nicht für die Bewirtschaftung zur Verfügung. Flächen, die als Produktionsgrundlage für Lebensmittel, als CO2- und als Wasserspeicher dienen, gehen so für immer verloren.

Der Rückgang der Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden können, führt in Kombination mit dem Rückgang der Produktivität durch den Klimawandel dazu, dass auch die Produktion der (regionalen/heimischen) Lebensmittel zurückgeht und die Ernährungssouveränität gefährdet ist. Ein Teufelskreis, denn damit verlieren wir Arbeitsplätze und machen uns wiederum abhängig von Lebensmittelimporten und kurbeln den Klimawandel an.

Es braucht eine Trendumkehr um produktive Böden zu schützen – durch gesetzliche und raumordnungspolitische Vorgaben und Prüfungen, durch Bauverbote und durch Wiederbelebung von bestehenden Gebäuden. Denn wenn Flächen weiterhin so großzügig für die landwirtschaftliche Nutzung unbrauchbar gemacht werden, tragen unsere Nachkommen die Konsequenzen!

Der Bauernbund Neuhofen wünscht frohe und besinnliche Weihnachten!

P.S.: Neuhofens Direktvermarkter bieten köstliche regionale Lebensmittel für den Weihnachtseinkauf an.