“Klimabündnisgemeinde?“ Neuhofen an der Krems ignoriert CO2-Emissionen – fossiler Rucksack für die Schüler

Schon seit einigen Jahren zeichnet sich ein Heizungstausch in der Volks- und Mittelschule ab. Die alten Gaskessel sind mittlerweile schon über 40 Jahre alt. Es gab schon vor ein paar Jahren Anregungen, wie man die Heizung erneuern kann bzw. mit welchem Brennstoff wir in Zukunft als Klimabündnisgemeinde heizen sollten. Es wurden auch schon konkrete Angebote, z.B. Energiecontracting an die Gemeinde herangetragen.

Im Dezember 2018 beauftragte der Gemeinderat, auf Vorschlag eines, vom Bürgermeister bestellten, Beraters für Sachkostenoptimierung (Honorar 60% der Einsparung im ersten Jahr! – hierfür 5.459,82€), ein technisches Büro mit der Ausschreibung einer neuen Heizungsanlage (Honorar 13.320€), mit der Auflage auch umweltfreundliche Alternativen zu Gas einzuholen. Von drei abgegebenen Angeboten bot nur eine Firma anstatt einer reinen Gasheizung auch eine Alternative, nämlich Gas/Pellets als Kaufoption bzw. auch als Contractingoption an. Diese wurde vom technischen Büro in einem kurzen schriftlichen Statement aus rein wirtschaftlichen Gründen ausgeschieden und nur eine reine Gasheizung der Gemeinde empfohlen. Einen Tag vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung wurden die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte abermals mit einer, jetzt umfangreicheren, Stellungnahme von diesem Büro konfrontiert, in der detaillierter auf die genaueren Berechnungen zwischen Gas und Gas/Pellets eingegangen wurde. Leider war die Zeit bis zum Gemeinderat zu kurz um diese Stellungnahme auf deren fachliche Richtigkeit zu überprüfen.

Jetzt stellt sich heraus, dass diese Stellungnahme Fehler enthalten hat und eine Gas/Pellets Variante in einer Vollkostenrechnung über die Lebensdauer einer reinen Gasheizung auch wirtschaftlich gleichzusetzen wäre, und zudem 130 Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen wären. So wurde die Mehrheit des Gemeinderates, mit diesem Schreiben, zu einer wahrscheinlich falschen Entscheidung bewogen.

Der Aspekt, dass sich die Gemeinde Neuhofen als Klimabündnisgemeinde zu einer Nutzung von erneuerbarer Energie, einer kontinuierlichen Verminderung ihrer Treibhausgas-Emissionen und einer Reduktion von CO2- Emissionen von 10% alle fünf Jahre verpflichtet hat, wurde bei der Entscheidung nicht im Geringsten beachtet. Dieser sollte aber eigentlich maßgeblich für die zukünftige Lösung sein.

Während Schüler österreich- und weltweit demonstrieren und versuchen die Politik aufzurütteln und endlich im Sinne des Klimaschutzes und unser aller Zukunft zu handeln, wird ihnen in Neuhofen ein fossiler Rucksack für die nächsten 20 Jahre aufgelastet!

Eine Gemeinde, mit eigenem Umweltmasterplan, die im Jahr 2020 immer noch auf fossile Energieträger setzt, sollte sich fragen ob sie weiter im Klimabündnis Österreich Mitglied bleiben sollte.

Sieht so die Verantwortung der Kommunalpolitik aus?