Landwirte als Bürger zweiter Klasse?

Gedanken zum Leitartikel des Bürgermeisters in der GemeindeINFO bezüglich Hofzufahrten.

Als Landwirt ist man in Neuhofen nun auch offiziell gebrandmarkt. Rechtlich, moralisch, ja verantwortungslos ist es, wenn Güterwege und damit auch die Zufahrtsstraßen, die Teil der Güterwege sind, zu den Höfen gemacht werden, schreibt uns da der Bürgermeister.

Das lastet schwer auf uns. Gibt es eine Siedlung mit mehreren Häusern, wird selbstverständlich die Siedlungsstraße gebaut, und die Hauseinfahrt bezahlt sich jeder selbst. Das war und ist bei den Landwirten entgegen jeder Darstellung nicht anders.

Im ganzen Land wurden Güterwege mit Bundes-, Landes-, Gemeindemittel und Interessentenbeiträgen der Anrainer gebaut.
Jetzt gibt es eine Zusage des Landes für eine 50% ige Förderung aus EU-Mitteln für die paar letzten noch verbliebenen Zufahrten. Also eine rechtlich völlig korrekte Sache, wenn hier dafür bereitgestellte Gelder in die ländliche Infrastruktur investiert werden.
Der Anrainerbeitrag ist übrigens 10%, damit verbleiben etwa 40% und keine 90% für die Gemeinde, so wie der Artikel den Anschein macht.
Das kolportierte Straßenstück ist 260 m lang, wie man hier mathematisch auf ein Drittel km (333 m) wie erwähnt kommt, ist auch nur schwer verständlich.

Die Kosten sind in der GemeindeINFO viel zu hoch angegeben, dazu wird der Großteil aus AMA Mitteln (EU Fördergelder) und vom Landwirt selbst beglichen.

Wie jeder andere Bürger zahlen auch Landwirte Steuern und Abgaben, Anrainerbeiträge und so möge man meinen, dass für Landwirtschaften
auch die selben Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen. Dazu gehört eben neben einer funktionierenden Müllabfuhr, Wasser und Kanal
auch zeitgemäße Verkehrswege dazu.
Verkehrswege, die auch dazu dienen, im Notfall einer Feuerwehr oder einem Rettungsdienst eine problemlose Zufahrt zu ermöglichen. Das wäre auch die Verantwortung der Gemeinde und des Bürgermeisters.
Jede Förderung, sei es ein Zuschuss für einen Fenstertausch, Wohnbaudarlehen, Kindergeld, Pendlerpauschale – was auch immer – begünstigt mithilfe Steuergeldern immer einen Einzelnen.

Es ist für uns unverständlich, dass ein Bürgermeister der für alle da sein sollte, immer wieder gegen eine Gruppe seiner eigenen Bürger,
noch dazu im offiziellen Amtsblatt der Gemeinde, sehr fragwürdige, unrichtige Äußerungen macht.

Weil da noch von der Moral die Rede war: Ob ein solches Verhalten moralischen Maßstäben genügt, mag jeder Bürger (auch Nichtlandwirte)
für sich selbst entscheiden.
Heute sind es die Landwirte, und morgen ?